Melden Sie sich jetzt zu unserem Newsletter an!

Mit der Anmeldung stimmen Sie der Datenschutzerklärung zu.

Grauer-Star-OP: Was ist danach erlaubt? Autofahren, Lesen, Sport & Arbeit

„Wann darf ich nach der Grauer-Star-OP wieder Auto fahren, lesen oder Sport machen?“ Diese Frage hören wir im AugenCentrum am Rothenbaum fast täglich. Verständlich: Die Operation ist meist ein kurzer, ambulanter Eingriff, und viele Patientinnen und Patienten möchten schnell zu ihrem gewohnten Alltag zurück.

Eine feste Tagesangabe, die für alle passt, gibt es nicht. Leichte Tätigkeiten wie kurzes Lesen oder Fernsehen sind oft früh wieder möglich. Autofahren, Sport, Schwimmen, schweres Heben und körperlich belastende Arbeit nehmen Sie erst wieder auf, wenn Ihre Sehleistung ausreicht und Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt zustimmt. Am OP-Tag selbst dürfen Sie nicht Auto fahren.

In diesem Beitrag erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Gonnermann, was nach einer Grauer-Star-OP im Alltag grundsätzlich gilt. Sie erfahren, worauf Sie bei Autofahren, Lesen, Sport und Arbeit achten sollten, welche Beschwerden normal sind und wann Sie sofort handeln müssen.

Warum gibt es keine feste Regel für alle?

Jedes Auge heilt unterschiedlich, und jeder Alltag stellt andere Anforderungen an das Sehen. Wer viel am Bildschirm arbeitet, braucht etwas anderes als jemand, der täglich im Straßenverkehr unterwegs ist oder körperlich arbeitet. Auch Ihr Ausgangsbefund und der Verlauf nach der Operation spielen eine Rolle.

Deshalb finden Sie in diesem Beitrag keine starren Wartezeiten. Sie bekommen Orientierung und die Fragen, die Sie bei der Nachkontrolle stellen sollten. Die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Augenarztpraxis.

Am OP-Tag: Was muss ich beachten?

Lassen Sie sich nach der ambulanten Operation abholen oder organisieren Sie ein Taxi. Selbst Auto fahren dürfen Sie nach einer Augen-OP nicht. Planen Sie die Heimfahrt am besten schon vor dem Termin.

Je nach Operationsablauf schützt ein Verband oder ein Schutzschild das operierte Auge. Tragen Sie diesen Schutz genau so, wie es Ihnen Ihre Praxis erklärt hat. Reiben oder drücken Sie das Auge nicht, auch wenn es sich ungewohnt anfühlt. Verwenden Sie die verordneten Augentropfen genau nach Anweisung.

Bei der Nachkontrolle prüft das Ärzteteam, wie sich Ihr Auge entwickelt. Dort ist der richtige Ort, um zu fragen, wann Sie wieder lesen, am Bildschirm arbeiten, Auto fahren, Sport treiben oder körperlich arbeiten können und dürfen.

Wann darf ich nach der Grauer-Star-OP wieder Auto fahren?

Am OP-Tag gilt: nicht selbst fahren. Danach gibt es keine pauschale Zahl von Tagen für alle. Entscheidend ist, ob Sie sicher sehen und ob Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt die Rückkehr ans Steuer mit Ihnen besprochen hat.

Für die Fahreignung zählt mehr als das Erkennen kleiner Buchstaben:

  • Gesichtsfeld: Sie müssen Verkehrsteilnehmer auch am Rand Ihres Blickfelds wahrnehmen.
  • Kontrastsehen: wichtig bei Nebel, Regen oder schlechten Lichtverhältnissen.
  • Sehen bei Dämmerung und Nacht: hier fällt eine Einschränkung oft zuerst auf.
  • Blendempfindlichkeit: Gegenverkehr und tiefstehende Sonne können nach der OP anders wirken als gewohnt.
  • Doppelbilder: sie machen sicheres Fahren unmöglich.

Auch eine neue Brille kann eine Rolle spielen. Ob und wann sie sinnvoll ist, klärt Ihre Praxis.

Die Fahrerlaubnis-Verordnung legt Anforderungen an das Sehvermögen fest. Eine Wartefrist speziell nach einer Grauer-Star-Operation nennt sie in den einschlägigen Bestimmungen nicht. Eine rechtliche Sehanforderung ersetzt aber nicht die ärztliche Einschätzung, ob Sie nach Ihrem Eingriff schon sicher fahren können.

Klären Sie die erste Fahrt deshalb vorher mit Ihrer Praxis. Fahren Sie nicht, wenn Sie sich unsicher fühlen oder Ihre Sicht noch beeinträchtigt ist. Ein guter Test ist die Frage: „Würde ich mich und andere auf diese Fahrt verlassen?“

AugenCentrum am Rothenbaum - Anfahrt mit dem Auto durch Hamburg

Wann darf ich nach der Grauer-Star-OP wieder lesen, fernsehen und am Bildschirm arbeiten?

Kurzes Lesen ist oft früh wieder möglich, wenn Sie ausreichend sehen und sich dabei wohlfühlen. Beginnen Sie mit kurzen Abschnitten, etwa einer Zeitungsseite, und machen Sie Pausen. Längere Lesephasen können Sie schrittweise wieder aufnehmen. In den ersten Tagen sollten Sie Ihre Augen noch schonen.

Auch Fernsehen ist bei ausreichender Sicht meist möglich. Bei längerer Bildschirmarbeit am Computer oder Smartphone gilt: Achten Sie darauf, ob Ihre Sicht ausreicht und Beschwerden auftreten. Wird das Sehen deutlich schlechter oder nehmen Beschwerden zu, beenden Sie die Tätigkeit. Halten die Beschwerden an, wenden Sie sich an Ihre Praxis.

Sport, Schwimmen, Sauna: Was ist erlaubt?

Der passende Zeitpunkt hängt von der Sportart und von Ihrem Heilungsverlauf ab. Ein ruhiger Spaziergang belastet anders als Krafttraining, Joggen oder Kontaktsport. Fragen Sie bei der Nachkontrolle, welche Aktivitäten Sie schon wieder aufnehmen können und womit Sie noch warten sollten.

  • Schwimmen und Tauchen: Verzichten Sie zunächst darauf, in Schwimmbädern ebenso wie in Seen und im Meer. Eine Schwimmbrille ersetzt nicht die Freigabe durch Ihre Augenarztpraxis.
  • Sauna und starke körperliche Belastung: pausieren Sie zunächst und stimmen Sie den Zeitpunkt der Rückkehr mit Ihrer Praxis ab.
  • Radfahren: hier zählt zusätzlich, ob Sie im Straßenverkehr sicher sehen. Wenn Ihre Sicht noch eingeschränkt ist oder Sie sich unsicher fühlen, fahren Sie vorerst nicht. Eine Schutzbrille kann sinnvoll sein.

Duschen, Haarewaschen, Augen-Make-up und Schutzschild

Beim Duschen und Haarewaschen sollten Wasser und Seife zunächst nicht in das operierte Auge gelangen. Halten Sie das Auge möglichst trocken und reiben Sie es nicht.

Verzichten Sie zunächst auf Augen-Make-up und verwenden Sie es erst wieder, wenn Ihre Praxis es erlaubt. Wurde Ihnen ein Schutzschild für die Nacht empfohlen, tragen Sie es genau so lange, wie es Ihnen erklärt wurde.

Darf ich nach der Grauer-Star-OP schwer heben?

Vermeiden Sie zunächst schweres Heben und starke körperliche Anstrengung. Das betrifft nicht nur den Sport, sondern auch Haushalt, Gartenarbeit und berufliche Tätigkeiten.

Wenn Sie bei der Arbeit schwer heben, sich häufig bücken oder sich körperlich stark belasten müssen, sprechen Sie das bei der Nachkontrolle ausdrücklich an. Fragen Sie, wann Sie genau diese Tätigkeiten wieder aufnehmen können.

Wann kann ich nach der Katarakt-OP wieder arbeiten?

Wie lange Sie nicht arbeiten können, lässt sich nicht pauschal sagen. Bei leichter Bürotätigkeit ist eine frühere Rückkehr möglich, wenn Ihre Sicht dafür ausreicht und der Kontrollbefund es zulässt. Körperlich anstrengende Arbeit stellt andere Anforderungen, ebenso Tätigkeiten, bei denen Sie viel am Steuer sitzen oder sehr genau sehen müssen.

Besprechen Sie mit Ihrer Augenarztpraxis:

  • ob Sie für Ihre konkrete Tätigkeit ausreichend und sicher sehen,
  • wie lange Sie am Bildschirm arbeiten können, ohne dass Beschwerden auftreten,
  • ob schweres Heben, häufiges Bücken oder andere Belastungen zunächst vermieden werden sollten,
  • wann Sie Ihre beruflichen Aufgaben wieder aufnehmen können.

Ihre Arbeitsunfähigkeit und der Zeitpunkt der Rückkehr hängen von Ihrer individuellen Situation, dem Heilungsverlauf und den Anforderungen Ihres Arbeitsplatzes ab.

Welche Beschwerden können nach der Grauer-Star-OP auftreten?

Ein leichtes Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit oder vorübergehend verschwommenes Sehen können nach dem Eingriff vorkommen. Wichtig ist, wie sich Ihre Beschwerden entwickeln. Werden sie über die Tage hinweg besser, ist das ein gutes Zeichen. Nehmen sie zu, sollten Sie nachfragen.

Eine deutliche Verschlechterung sollten Sie nicht einfach mit mehr Schonung abwarten. Wenden Sie sich an Ihre Augenarztpraxis, wenn Sie unsicher sind oder sich Beschwerden verstärken.

Frau die auf der Couch sitzt, und sich schwer tut zu lesen.

Wann muss ich sofort zum Augenarzt?

Suchen Sie umgehend augenärztliche Hilfe, wenn

  • Ihre Sicht plötzlich schlechter wird,
  • starke oder zunehmende Schmerzen auftreten,
  • die Rötung deutlich zunimmt,
  • neue Lichtblitze auftreten,
  • plötzlich viele schwarze Punkte erscheinen,
  • ein dunkler Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld entsteht.

Diese Warnzeichen können auf eine Netzhautablösung oder eine andere behandlungsbedürftige Komplikation hinweisen. Sie müssen rasch abgeklärt werden. Warten Sie in diesen Fällen nicht bis zum nächsten Routinetermin. Wenden Sie sich an die operierende Praxis oder Klinik. Ist diese nicht erreichbar, kontaktieren Sie den augenärztlichen Notdienst.

Wenn die Sicht Monate oder Jahre später schlechter wird

Eine langsam zunehmende Sehverschlechterung Monate oder Jahre nach der Operation unterscheidet sich von einer plötzlichen Verschlechterung kurz nach dem Eingriff.

Eine mögliche Ursache ist ein Nachstar. Dabei trübt sich die hintere Linsenkapsel ein. Das ist kein erneut auftretender Grauer Star. Eine augenärztliche Untersuchung kann klären, ob ein Nachstar oder eine andere Ursache hinter der Sehverschlechterung steckt.

Diese Fragen können Sie bei der Nachkontrolle stellen

Notieren Sie sich vor dem Termin, was Sie wissen möchten. Das hilft, nichts zu vergessen:

  • Reicht meine Sehleistung, um wieder Auto zu fahren, auch in der Dämmerung und bei Gegenverkehr?
  • Wann darf ich wieder lesen und am Bildschirm arbeiten, und wie lange am Stück?
  • Welche Sportarten kann ich schon wieder machen, womit warte ich noch?
  • Wann darf ich schwimmen, tauchen oder in die Sauna?
  • Wann kann ich schwer heben und wieder voll arbeiten?
  • Wie lange brauche ich Augentropfen oder Schutzschild?
  • Brauche ich eine neue Brille, und wann ist der richtige Zeitpunkt?
  • Auf welche Warnzeichen soll ich besonders achten, und wen rufe ich im Notfall an?

Individuelle Nachsorge im AugenCentrum am Rothenbaum

Die Nachsorge ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Im AugenCentrum am Rothenbaum in Hamburg begleiten Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Gonnermann und Priv.-Doz. Dr. med. Tim Schultz ihre Patientinnen und Patienten durch die Behandlung und die Nachsorge.

Bei den Kontrollterminen prüfen wir, wie sich das operierte Auge entwickelt. Dort können Sie auch besprechen, wann Sie Autofahren, Arbeiten oder Sport wieder aufnehmen können. Wenn Sie unsicher sind, was für Sie schon möglich ist, fragen Sie bei Ihrer augenärztlichen Kontrolle nach.

Häufige Fragen nach der Grauer-Star-OP

Nein. Am OP-Tag dürfen Sie nicht selbst fahren. Organisieren Sie eine Begleitperson oder ein Taxi für den Heimweg.

Die Fahrerlaubnis-Verordnung nennt Anforderungen an das Sehvermögen, aber keine pauschale Wartefrist speziell nach einer Grauer-Star-Operation. Ob Sie wieder sicher fahren können, hängt von Ihrer Sehleistung und der ärztlichen Einschätzung ab.

Kurzes Lesen ist oft früh wieder möglich, wenn Sie sich dabei wohlfühlen. Beginnen Sie mit kurzen Abschnitten und machen Sie Pausen. Beenden Sie die Tätigkeit, wenn Ihr Sehen schlechter wird oder Beschwerden zunehmen.

Eine feste Wochenzahl gilt nicht für alle. Der Zeitpunkt hängt von der Sportart und Ihrem Heilungsverlauf ab. Stimmen Sie Schwimmen, Tauchen, Radfahren und anstrengenden Sport mit Ihrer Augenarztpraxis ab.

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Bei leichter Bürotätigkeit kann eine frühere Rückkehr möglich sein, wenn Ihre Sicht dafür ausreicht und der Kontrollbefund es zulässt. Körperlich anstrengende Arbeit stellt andere Anforderungen. Besprechen Sie Ihre konkrete Tätigkeit bei der Nachkontrolle.

Beim Duschen und Haarewaschen sollten Wasser und Seife zunächst nicht in das operierte Auge gelangen. Schwimmen und Tauchen sollten Sie zunächst vermeiden und erst wieder aufnehmen, wenn Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt es erlaubt.

Bei plötzlicher Verschlechterung der Sicht, starken oder zunehmenden Schmerzen, deutlich zunehmender Rötung, neuen Lichtblitzen, plötzlich vielen schwarzen Punkten oder einem dunklen Schatten im Gesichtsfeld. Wenden Sie sich an die operierende Praxis oder Klinik, ersatzweise an den augenärztlichen Notdienst.

Quellen

Mehr zum Thema